New York, 11. Februar 2026, 08:34 EST — Vorbörslich
- Die Microsoft-Aktie bewegte sich vor Börseneröffnung kaum, nachdem ein Analyst das Papier herabgestuft hatte.
- Die Wall Street bleibt weiterhin auf die KI-Ausgaben für Rechenzentren und deren Auswirkungen auf den Cashflow fixiert.
- Anleger werden außerdem den US-Arbeitsmarktbericht für Januar im Blick haben, der später am Mittwoch veröffentlicht wird.
Die Aktien der Microsoft Corporation fielen im vorbörslichen Handel am Mittwoch um 0,1 % auf 413,27 $. Die Aktie bleibt nahe ihrer jüngsten Tiefststände, da Anleger neue Bedenken der Wall Street hinsichtlich der KI-Ausgaben des Unternehmens verarbeiten.
Melius Research stufte Microsoft von „Kaufen“ auf „Halten“ herab und setzte ein Kursziel von 430 $. Das Unternehmen verwies laut einem Bericht von Nasdaq.com und Investing.com auf steigende KI-bezogene Investitionsausgaben und potenziellen Druck auf den Cashflow. Stifel-Analyst Brad Reback, der seine Bewertung ebenfalls senkte, sagte laut Bericht, es sei „Zeit für eine Pause“. (Nasdaq)
Microsoft gab leicht nach, während die US-Aktien-Futures im Vorfeld des Arbeitsmarktberichts für Januar zulegten. Diese Daten beeinflussen häufig die Erwartungen an die nächsten Schritte der US-Notenbank und damit auch die Bewertungen im Technologiesektor. (AP News)
Microsoft steht vor einer kniffligen Herausforderung: Das Unternehmen investiert derzeit massiv in Rechenzentren und KI-Chips, aber der Umsatzschub aus diesen Investitionen lässt noch auf sich warten. Genau diese zeitliche Verzögerung sorgt immer wieder für Herabstufungen.
Beim Gewinnaufruf am 28. Januar berichtete Finanzchefin Amy Hood von Investitionsausgaben in Höhe von 37,5 Milliarden Dollar, wobei etwa zwei Drittel in kurzlebige Vermögenswerte wie GPUs und CPUs für KI-Workloads flossen. „Die Kundennachfrage übersteigt weiterhin unser Angebot“, so Hood. Der freie Cashflow – das nach Investitionen verbleibende Geld – lag bei 5,9 Milliarden Dollar, was im Vergleich zum Vorquartal auf die höheren Investitionen zurückzuführen ist. CEO Satya Nadella forderte die Anleger auf, bei der Bewertung der Rendite dieser Investitionen M365 Copilot zusammen mit Azure zu berücksichtigen. (Microsoft)
Die entscheidende Frage bleibt: Wie viel dieser neuen Kapazitäten wird tatsächlich zahlendes Cloud-Geschäft generieren und wie viel wird von Microsofts eigenen KI-Produkten aufgezehrt, während die Margen unter Druck geraten.
Die Reaktion der Aktie war nach dem Update Ende Januar heftig: Microsoft stürzte an einem Tag um 10 % ab und verlor über 350 Milliarden Dollar an Börsenwert, da Anleger klarere KI-Erträge forderten, berichtete Reuters. (Reuters)
Der Wettbewerbsdruck ist hoch. Analysten nennen häufig Alphabet (Google) und Amazon als Maßstab und heben hervor, wie schnell sich Investitionen in KI-Infrastruktur in Umsätze verwandeln, die die nächste Investitionswelle antreiben.
Das Risiko ist offensichtlich: Wenn die Ausgaben der Unternehmen nachlassen oder die Erträge aus KI-Tools länger auf sich warten lassen als von Anlegern erwartet, wird der Druck auf den Cashflow schwerer zu ignorieren sein. Kommt dann noch ein starker Arbeitsmarktbericht hinzu, der die Anleiherenditen steigen lässt, könnten zinssensitive Software-Aktien zusätzlich unter Druck geraten.
Als Nächstes kommt: Der US-Arbeitsmarktbericht für Januar am Mittwoch. Investoren werden genau beobachten, ob er den Zinsausblick verändert, der Megacap-Tech-Aktien wie Microsoft vor der nächsten Sitzung erschüttert hat.