LONDON, 20. März 2026, 20:54 GMT
Die in London gehandelten Aktien von BAE Systems verloren am Freitag 2,5 % und schlossen bei 2.250 Pence – damit übertrafen sie den Rückgang des FTSE 100 um 1,4 %, da Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungsaktien beim Ausverkauf stärker unter Druck gerieten. Die Aktie liegt nun etwa 4,7 % unter dem 52-Wochen-Hoch von rund 2.360 Pence, das erst Anfang dieser Woche erreicht wurde. 1
BAE fällt in letzter Zeit auf, da Anleger verstärkt auf Rüstungswerte setzen, während sich der Konflikt im Nahen Osten verschärft. Am 2. März stiegen die Aktien um 6 % – die Ölpreise schnellten in die Höhe und die Wetten auf größere Waffenaufträge nahmen zu. Doch bis Freitag erschütterte die gleiche Unruhe die Märkte insgesamt und schürte Sorgen über Inflation, Öl und Zinsen. 2
Diese Woche verlieh Großbritannien der Nachfragedynamik des Sektors neuen Schwung. Offizielle Stellen erklärten, die Regierung erhöhe die Unterstützung für Golf-Partner, die iranischen Angriffen ausgesetzt sind, bestelle neue Raketen bei Thales UK und führe Gespräche mit Zulieferern – BAE, MBDA, Leonardo UK – über eine Beschleunigung der Lieferung von Rüstungsgütern und Technologie. 3
Unternehmensnachrichten fielen ruhiger aus. BAE kündigte am Donnerstag Pläne an, seine letzten 6,9 % an Kasachstans Air Astana zu veräußern – ein Verkauf, der sich auf rund 31 Millionen US-Dollar auf Basis des Platzierungspreises beläuft. Damit schließt BAE den Ausstieg aus einem Geschäft ab, das die Fluggesellschaft selbst als nicht zum Kerngeschäft der Gruppe gehörend bezeichnete. 4
Das Potenzial bleibt weiterhin groß. Bereits im Februar sprach Vorstandschef Charles Woodburn von einer „neuen Ära“ für Rüstungsausgaben, nachdem BAE einen Anstieg des operativen Gewinns um 12 % und einen Rekord-Auftragsbestand von 83,6 Milliarden Pfund verzeichnet hatte. Das Unternehmen prognostizierte bis 2026 ein Umsatzwachstum von 7 % bis 9 %, der operative Gewinn soll um 9 % bis 11 % steigen. 5
Es gibt laut Analysten weiterhin Luft nach oben. Diese Woche beschrieb Beata Manthey von Citigroup europäische Rüstungsaktien als „starke strukturelle Ergänzung“ für Portfolios, nicht nur als vorübergehenden Zufluchtsort vor geopolitischen Risiken. Namen wie Rheinmetall und Babcock hätten sich während des Anstiegs des Sektors besonders hervorgetan, so ihre Einschätzung. Dennoch fiel Babcock am Freitag im Londoner Handel um 4,5 % – ein weiteres Zeichen dafür, dass die gesamte Branche nicht immun gegen starke Schwankungen ist. 6
Die Zinsen belasteten die Märkte von Beginn an stark. Die Bank of England beließ ihren Leitzins am Donnerstag bei 3,75 %, bezeichnete jedoch die Inflation als Hauptgefahr, nicht das schwache Wachstum. Diese Änderung führte dazu, dass Händler rasch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70 % für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im April einpreisten, mit bis zu drei solchen Schritten bis Jahresende. 7
Die Rally sieht wackelig aus. Der europäische Verteidigungsindex fiel am Freitag um 3,2 % und war damit einer der schlechtesten Performer der Region. Franziska Palmas von Capital Economics wies darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger die Zinsen bereits im April anheben könnten. Für BAE stecken die Aktien in der Klemme – die militärische Nachfrage steigt, aber das Aktienumfeld wird rauer. 8