JOHANNESBURG, 7. April 2026, 14:17 SAST
Glencores südafrikanischer Ferrochrom-Betrieb stand vor einer Frist am Dienstag, um mit Eskom vergünstigte Stromkonditionen festzulegen, nachdem die Entlassungen nur für eine Woche ausgesetzt wurden. Diese Frist setzt sowohl Glencore als auch seinen Partner Merafe unter Druck, die bereits mit reduzierter Produktion arbeiten und nun kaum noch Spielraum für eine Verlängerung der Verhandlungen haben. 1
Es geht inzwischen nicht mehr nur um den Haupttarif. Eskom und das Joint Venture haben sich vorläufig auf einen Satz von 62 südafrikanischen Cent pro Kilowattstunde geeinigt, obwohl wichtige Bedingungen noch ungeklärt sind. Die Struktur benötigt weiterhin grünes Licht von NERSA, der nationalen Energieregulierungsbehörde. 2
Ferrochrom – die Legierung aus Chrom und Eisen, die hauptsächlich für Edelstahl bestimmt ist – steht nun im Mittelpunkt, da Südafrika versucht, mehr von seiner Mineralverarbeitung im Land zu halten. Seit 2008 sind die Stromkosten für Schmelzwerke um über 900 % gestiegen. Von 66 Schmelzwerken sind derzeit nur 11 in Betrieb. Das hat südafrikanische Produzenten der Konkurrenz aus China schutzlos ausgeliefert. 3
Glencore und Merafe teilten in einem Update vom 31. März mit, dass Eskom noch an seinen internen Genehmigungen arbeite und der Section-189-Prozess nun auf den 7. April verschoben wurde. Section 189 ist nach südafrikanischem Arbeitsrecht der vorgeschriebene Konsultationsschritt vor Entlassungen. 2
Eskom-CEO Dan Marokane sagte, das Unternehmen habe einen „Rahmen unterstützt“ für einen Tarif von 62 Cent pro Kilowattstunde, nachdem es im Januar vorübergehend auf 87,74 c/kWh angehoben wurde, was nur kurzzeitig Stabilität brachte. Laut Eskom muss jede langfristige Vereinbarung einen Ausgleich schaffen: Entlastung für die Industrie, finanzielle Disziplin wahren und keine Kosten auf Haushalte oder andere Unternehmen abwälzen. 4
Glencore gibt sich noch nicht geschlagen. Ferrolegierungen-Chef Japie Fullard stellte letzten Monat klar: Wenn die Bedingungen nicht überarbeitet werden, ist das Unternehmen bereit, das 62-Cent-Angebot „abzulehnen“, da der bestehende Deal für ihn nicht unterschreibbar sei. 5
Nicht nur Glencore steht unter Druck. Samancor Chrome, das Zugang zum gleichen vergünstigten Tarif erhielt, hat bereits wieder Entlassungspläne aufgenommen – ein klarer Beweis dafür, dass niedrigere Strompreise den südafrikanischen Schmelzbetrieben keine dauerhafte Stabilität gebracht haben. 3
Der Preis des Wartens zeigt sich deutlich in den neuesten Zahlen. Merafe meldete, dass die Ferrochrom-Produktion des Joint Ventures um 63 % zurückging und 2025 nur 112.000 Tonnen erreichte. Die Stückkosten stiegen nach dem Produktionsstopp um 14 %, wobei die stark gestiegenen Strompreise und der verschärfte Wettbewerb aus China das Geschäft belasteten. 6Nach der Senkung der Stromtarife im Januar ging nur einer der drei Schmelzöfen des Joint Ventures wieder in Betrieb. Die anderen beiden stehen weiterhin still – sowohl Merafe als auch Reuters verweisen darauf, dass für deren wirtschaftlichen Betrieb der volle Satz von 62 c/kWh notwendig ist. Der Dienstag ist nicht einfach nur ein weiteres Datum im Kalender; er ist ein echter Test dafür, ob Südafrikas Rettungsplan die offizielle Unterstützung in Konditionen umwandeln kann, die Banken tatsächlich finanzieren. 3
Das Risiko ist offensichtlich. Eskom könnte das Paket absegnen, aber es ist weiterhin die Zustimmung von NERSA erforderlich – und die Tarifbedingungen des Regulators könnten das gesamte Vorhaben von vornherein unmöglich machen. Glencore sprach letzte Woche von der Hoffnung auf eine „ausgewogene und praktikable Lösung“, aber da die Frist am Dienstagnachmittag abläuft, ist die Zeit für weitere Verhandlungen praktisch verstrichen. 4