San Francisco, 11. März 2026, 01:54 PDT
Die in dieser Woche geleakten CAD-Dateien boten den ersten echten Blick auf Apples faltbares iPhone und zeigten ein breites, buchähnliches Design mit zwei rückseitigen Kameras. Ein separater Bericht am Dienstag deutete darauf hin, dass Apple sein vorheriges Klapphandy-Projekt eingestellt hat. Beide Leaks zusammen ergeben das bisher detaillierteste Bild dessen, was als iPhone Fold bezeichnet wird. 1
Der Zeitplan von Apple ist hierbei entscheidend: Reuters berichtete im Januar, dass das Unternehmen plant, das Gerät während einer exklusiven Premium-iPhone-Präsentation in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 vorzustellen und das Standard-iPhone 18 zu verschieben. Forrester-Analyst Dipanjan Chatterjee beklagte bereits im vergangenen September, dass Apples Neugestaltungen meist „lauwarme, inkrementelle Änderungen“ gewesen seien – was vielleicht erklärt, warum selbst Gerüchte über faltbare Renderings Aufmerksamkeit erregen. 2
Laut Tom’s Guide zeigen die CAD-Dateien – im Wesentlichen die digitalen Konstruktionspläne des Geräts – ein kurzes und breites Gehäuse, abgerundete Ecken an der Außenseite und eine kantige Scharnierseite. Es gibt eine Kameraleiste, die an das iPhone Air erinnert. Der Bericht bezeichnet das Gerät auch als „gedrungen“, wenn es aufgeklappt ist, und bestätigt damit frühere Leaks, die von einem 7,8-Zoll-Innendisplay und einem 5,5-Zoll-Deckbildschirm sprachen. 3
Laut MacRumors sagt der Leaker Instant Digital, dass Apple das Clamshell-Design aufgegeben hat, nachdem man entschieden hatte, dass es keinen ausreichend neuen Anwendungsfall bietet. Das Scharnier, so der Bericht, teilte den Innenraum – was es schwierig machte, einen größeren Akku unterzubringen und Kamerahardware verdrängte. 4
Laut Analyst Jeff Pu und MacRumors ist mit einem Innendisplay von etwa 7,8 Zoll und einem Außendisplay zwischen 5,3 und 5,5 Zoll zu rechnen, beide mit einem 4:3-Seitenverhältnis – also viel näher an der Form eines iPads, wenn das Gerät geöffnet ist. Pu hat außerdem angedeutet, dass Apple auf Touch ID statt Face ID setzt und das Telefon in einem Rahmen aus Titan und Aluminium unterbringen wird. 5
Wenn Apple diesen Weg einschlägt, würde das Unternehmen direkt in einen Bereich eintreten, den Samsung seit der Einführung von Foldables im Jahr 2019 dominiert, während Huawei in China den Druck auf Apple aufrechterhält. Im Januar berichtete Reuters, dass Samsung im dritten Quartal 2025 fast zwei Drittel des Foldable-Marktes hielt. TM Roh von Samsung, der die Mobilfunksparte leitet, gab zu, dass das Wachstum in diesem Segment enttäuschend war – er machte schwierige Technik und zu wenige Apps dafür verantwortlich –, prognostiziert aber dennoch, dass Foldables „in den nächsten zwei oder drei Jahren zum Mainstream werden“. In China gewinnen heimische Foldables im High-End-Bereich an Boden, was Apple laut Canalys-Analyst Toby Zhu Kopfzerbrechen bereitet. 6
Bereits im September sagte IDC-Analyst Will Wong gegenüber Reuters, das iPhone Air „könnte als Testfeld für Dünn-und-Leicht-Technologie dienen, die später auf ein faltbares iPhone angewendet werden könnte.“ Diese Idee fühlt sich plötzlich viel weniger hypothetisch an. 7
Das Design ist noch nicht festgelegt, und der Zeitplan bleibt ungewiss. Bereits im Dezember merkte Ming-Chi Kuo an, dass Apple sich unter Druck gesetzt fühlte, das Gerät „selbst wenn das Volumen gering ist“ auf den Markt zu bringen, obwohl er vor 2027 nicht mit konstanten Lieferungen rechnet. Reuters sagte ebenfalls im Dezember, dass Faltgeräte bis 2027 unter 3 % des Smartphone-Marktes bleiben sollten, da sie durch hohe Preise und ein knappes Angebot ausgebremst werden. 8
Bereits 2024 berichtete Reuters, dass Apple nicht mehr nur Ideen für ein faltbares iPhone sammelte – es führte aktive Gespräche mit Zulieferern in Asien über Bauteile. Aus den neuesten Konstruktionszeichnungen lässt sich schließen, dass Apple offenbar ein Design bevorzugt, das sich zu einem taschengroßen Tablet entfaltet, anstatt das klassische Klapphandy zu imitieren. 9