Aktualisiert: 19. Dezember 2025 — Japans lang erwartetes Mobile Software Competition Act (MSCA) ist nun vollständig in Kraft, und die ersten realen Auswirkungen zeigen sich auf den Handys. Apple hat begonnen, iOS 26.2-Änderungen in Japan einzuführen, die alternative App-Marktplätze und erweiterte Zahlungsoptionen ermöglichen, während Google Such- und Browserauswahl-Bildschirme einführt und Programme ausweitet, die es Entwicklern erlauben, Abrechnungsalternativen anzubieten. Japan Fair Trade Commission
Das regulatorische Vorgehen zielt darauf ab, den Einfluss dominanter mobiler Plattformen auf die App-Verteilung, Standarddienste und In-App-Zahlungen zu lockern – eine Debatte, die das App-Ökosystem in Europa bereits verändert hat und zunehmend auch auf andere große Märkte übergreift. Reuters
Was heute in Japan passiert
Die japanische Wettbewerbsbehörde positioniert das MSCA als einen Versuch, ein wettbewerbsfähigeres Smartphone-Software-Umfeld zu schaffen – und zwar für wichtige „spezifizierte Software“ wie mobile Betriebssysteme, App-Stores, Browser und Suchmaschinen – wobei die Sicherheit weiterhin betont wird. Die Japan Fair Trade Commission (JFTC) weist darauf hin, dass das Gesetz am 18. Dezember 2025 vollständig in Kraft getreten ist. Japan Fair Trade Commission
Japanische Medien berichten zur Durchsetzung des Gesetzes, dass die Regeln Apple und Google verbieten, Zahlungsdienste anderer Unternehmen zu blockieren, App-Anbieter dürfen Nutzer zu externen Zahlungsdiensten weiterleiten, und es gibt Strafen bei Verstößen. Außerdem wird berichtet, dass Apple Gebühren „bis zu 15 %“ für externe Zahlungen festgelegt hat, während Google Gebühren „bis zu 20 %“ verlangt – ein deutlicher Unterschied zur bisherigen Ära, in der Provisionen bis zu 30 % betragen konnten. Nippon
Apples iOS 26.2-Änderungen in Japan: alternative App-Marktplätze, neue Zahlungsabläufe und mehr Standardoptionen
Apples Kernaussage ist einfach: Japans MSCA erzwingt eine offenere iPhone-Umgebung – und Apple versucht, dies zu tun, ohne iOS zu einem Malware-Magneten zu machen.
In seiner speziell für Japan veröffentlichten Mitteilung sagt Apple, dass die durch das MSCA bedingten Änderungen „neue Optionen“ für Entwickler schaffen, um Apps zu vertreiben und Zahlungen außerhalb von Apples In-App-Kaufsystem abzuwickeln, zusammen mit neuen Schutzmaßnahmen wie Notarisierung und einem formellen Autorisierungsprozess für alternative Marktplätze. Diese Änderungen sind an die iOS 26.2-Veröffentlichung gebunden. Apple
1) Alternative App-Marktplätze sind jetzt erlaubt – aber nur, wenn Apple sie autorisiert
Unter den neuen Regeln können Entwickler iOS-Apps in Japan über alternative App-Marktplätze (zusätzlich zum App Store) vertreiben. Aber Apple sagt, dass diese Marktplätze von Apple autorisiert sein und laufende Anforderungen erfüllen müssen. AppleApple betont außerdem, dass Apps, die außerhalb des App Stores heruntergeladen werden, nicht unbedingt von denselben Schutzmaßnahmen der App-Überprüfung profitieren, und setzt auf ein grundlegendes Überprüfungssystem – Notarisierung –, um das Risiko von Malware und Betrug zu verringern. Apple
Was ist Notarisierung auf iOS in Japan?
Apple beschreibt die Notarisierung als eine grundlegende Überprüfung mit automatisierten Prüfungen und manueller Kontrolle, um sicherzustellen, dass Apps frei von bekannter Malware sind und grundlegende Integritätsanforderungen erfüllen. Die Entwicklerdokumentation besagt außerdem, dass Apple verhindern kann, dass eine App gestartet wird, und neue Installationen widerrufen kann, wenn später bekannte Malware gefunden wird. Apple Developer
2) App-Store-Apps können alternative Zahlungen anbieten oder verlinken – Apple kassiert trotzdem mit
Für Apps, die im Apple App Store in Japan bleiben, stellt Apple jetzt Tools bereit, mit denen Entwickler:
- eine alternative Zahlungsmethode in der App anbieten und/oder
- Nutzer auf eine Website verlinken, um eine Transaktion abzuschließen,
aber Apple sagt, dass diese Optionen neben Apple In‑App Purchase angezeigt werden müssen, damit Nutzer klar erkennen können, ob sie über Apple oder einen Drittanbieter bezahlen. Apple
Apple warnt außerdem, dass Apple möglicherweise keine Rückerstattungen oder denselben Support bieten kann, wenn Nutzer außerhalb des Apple-Systems bezahlen, wie bei Apple In‑App Purchase. Apple
3) Apples Gebührenstruktur in Japan: So setzen sich die neuen Provisionen zusammen
Apples aktualisierte Geschäftsbedingungen für Japan teilen die bisher „eine Provision“ in mehrere Komponenten auf, je nachdem, wie eine App vertrieben wird und wie der Nutzer bezahlt.
Aus Apples Pressemitteilung und den Entwicklerbedingungen für Japan:
- App-Store-Provision: in der Regel 10 % für viele Entwickler (einschließlich Small Business Program und einige Abonnements nach dem ersten Jahr) oder 21 % auf Transaktionen für digitale Güter/Dienstleistungen. Apple
- Apple-Zahlungsabwicklungsgebühr:+5%, wenn der Entwickler Apple In‑App Purchase verwendet. Apple
- Store-Servicegebühr für webbasierte Käufe:15% auf Transaktionen, die über eine von der App verlinkte Website getätigt werden (reduziert auf 10% für bestimmte Entwickler/Abonnements). Die Entwicklerbedingungen von Apple legen fest, dass dies für relevante Käufe innerhalb eines definierten Zeitfensters nach dem Antippen des Links gilt. Apple
- Core Technology Commission (CTC):5% für iOS-Apps, die außerhalb des App Store (einschließlich über alternative Marktplätze) vertrieben werden, auf Verkäufe von kostenpflichtigen Apps und digitalen Gütern/Dienstleistungen. Apple
Reuters bezeichnete die neue „Standard“-Gebühr für App Store-Käufe auch als 26%, und Apples veröffentlichte Struktur erklärt warum: Für viele Entwickler ergibt sich aus 21% Provision + 5% Zahlungsabwicklung insgesamt 26%, wenn Apple In‑App Purchase verwendet wird. Reuters
4) Neue Bildschirme und Standardoptionen: Browserwahl, Suchmaschinenauswahl und sogar Standardoptionen für App-Marktplätze
Über Zahlungen und App Stores hinaus umfasst Apples MSCA-Antwort Einstellungsänderungen, die Nutzer in Japan bemerken werden:
- Apple sagt, iOS 26.2 führt einen Browserauswahl-Bildschirm und eine Suchmaschinenauswahl-Erfahrung ein, sowie neue Standardsteuerungen für Navigations-Apps und App-Marktplätze. Apple
- Apples Entwickler-Supportseite liefert weitere Details: Nutzer in Japan sehen einen Browserauswahl-Bildschirm, wenn sie erstmals einen Webbrowser starten, und Safari-Nutzer sehen einen Suchmaschinenauswahl-Bildschirm auf Safaris Startseite. Apple Developer
- Apple sagt außerdem, dass Entwickler von Browser-Apps alternative Browser-Engines (nicht nur WebKit) unter strengen Sicherheits- und Datenschutzanforderungen verwenden können. Apple
5) Kinderschutzmaßnahmen sind explizit in die Einführung in Japan integriert
Apple widmet einen bedeutenden Teil seiner Ankündigung für Japan dem Kinderschutz und sagt, dass alternative Vertriebs- und Zahlungswege neue Risiken für jüngere Nutzer schaffen können. Zu den von Apple hervorgehobenen Maßnahmen gehören:
- Apps der Kategorie „Kinder“ werden keine Links zu Web-Transaktionen enthalten. Für Nutzer unter 18 Jahren müssen App Store-Apps, die alternative Zahlungsmethoden oder Weblinks verwenden, eine „Elternsperre“ enthalten.Für Nutzer unter 13 Jahren dürfen App Store-Apps keine Links zu Websites für Transaktionen enthalten. AppleGoogles MSCA-Antwort: Such-/Browserauswahlbildschirme und breitere AbrechnungsoptionenGoogles Ankündigung konzentriert sich auf zwei Bereiche: Voreinstellungen/Auswahl und Abrechnungsflexibilität.In einem auf Japan ausgerichteten Beitrag im Zusammenhang mit dem Inkrafttreten des Gesetzes für bestimmte Unternehmen sagt Google, dass Verbraucher und Unternehmen die folgenden wichtigen Änderungen sehen werden:Auswahlbildschirme, die Nutzer dazu auffordern, eine Suchmaschine und einen Browser auszuwählen. Google sagt, dass diese auf Android-Telefonen in Japan und auch in der Chrome-App auf iOS erscheinen werden. blog.googleErweiterung der alternativen In-App-Abrechnung: Google erweitert sein User Choice Billing-Programm – bisher in Japan für Nicht-Gaming-Apps verfügbar – auf alle Apps, die In-App-Käufe digitaler Inhalte für japanische Nutzer anbieten. blog.googleKauf digitaler Inhalte außerhalb von Google Play: Google sagt, dass es ein Programm einführt, das eine gleichzeitige Auswahl zwischen Google Play Billing und dem Abschluss des Kaufs auf der Website des Entwicklers ermöglicht, mit einem „wettbewerbsfähigen Gebührenangebot“ und Sicherheitsanforderungen. blog.googleGoogle weist außerdem darauf hin, dass Android bereits Drittanbieter-App-Stores und das Ändern von Voreinstellungen erlaubt und stellt viele MSCA-Verpflichtungen als mit dem bestehenden Android-Modell übereinstimmend dar. blog.googleAuf einer separaten Android-Erklärungsseite von Google wird darauf hingewiesen, dass Such- und Browserauswahlbildschirme ab Dezember 2025 auf neuen und bestehenden Geräten, die in Japan vertrieben werden, erscheinen werden, und es wird beschrieben, wie der Browserauswahlbildschirm einen ausgewählten Browser installiert und als Standard festlegt. AndroidDie erste Marktreaktion: AltStore startet schnell, während Fortnite draußen bleibt – zumindest vorerstRegulierungen ändern die Politik auf dem Papier, aber App-Marktplätze ändern Gewohnheiten. Innerhalb von etwa einem Tag, nachdem Apple alternative Marktplätze ermöglicht hatte, bewegte sich mindestens ein bemerkenswerter Drittanbieter-Store schnell.AltStore PAL startet in Japan
MacRumors berichtet, dass AltStore PAL—bereits in der EU aktiv—nun nach den durch das MSCA bedingten Änderungen von Apple auch in Japan gestartet ist. Laut dem Bericht müssen Nutzer sich physisch in Japan aufhalten, ein japanisches App Store-Konto besitzen und iOS 26.2 oder neuer verwenden, um es nutzen zu können. MacRumors
Im selben Bericht wird darauf hingewiesen, dass Apple von Marktplatz-Apps eine 5% Core Technology Commission verlangt und dass alternative Marktplätze von Apple autorisiert sein und Apps vertreiben müssen, die notariell geprüft wurden. MacRumors
Epic wehrt sich: Fortnite kehrt weiterhin nicht auf iOS in Japan zurück
Nicht jeder sieht Japans „Öffnung“ als wirklich offen an.
The Verge berichtet, dass Epic Games CEO Tim Sweeney auf Apples Warnbildschirme und Gebührenstruktur verweist, um zu argumentieren, dass die Änderungen weiterhin den Wettbewerb behindern—und sagt, dass Fortnite voraussichtlich noch nicht auf iOS in Japan zurückkehren wird. The Verge
Was das für iPhone-Nutzer in Japan bedeutet
Wenn Sie als iPhone-Nutzer in Japan auf iOS 26.2 aktualisieren, laufen die praktischen Änderungen auf drei Dinge hinaus:
- Mehr Orte, um Apps zu bekommen: alternative App-Marktplätze sind jetzt möglich, allerdings von Apple autorisiert und an Notarisierungsregeln gebunden. Apple
- Mehr Zahlungsmöglichkeiten: einige App Store-Apps können alternative Zahlungsabwicklung oder Web-Checkout anbieten—oft mit Hinweisen und mit Apple In‑App-Kauf weiterhin als Option. Apple
- Mehr Standardauswahl: Browser- und Suchauswahlbildschirme erscheinen an neuen Stellen, und die Steuerung der Standard-Apps wird erweitert. Apple
Apple warnt Nutzer außerdem ausdrücklich davor, dass die Verteilung außerhalb des App Store das Risiko für Betrug, Betrugsversuche oder anstößige Inhalte erhöhen kann—ein Argument, auf das sich Apple auch in ähnlichen regulatorischen Debatten anderswo stark stützt. Apple
Was das für Entwickler und App-Unternehmen bedeutet
Für Entwickler, die in Japan verkaufen, ist der MSCA-Moment sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung.
Chancen
- Neue Vertriebswege (alternative Marktplätze) und neue Zahlungswege (alternative In-App-Zahlungsabwicklung und Web-Checkout-Links). Apple
- Potentiell niedrigere Kosten für einige Modelle – z. B. Apples 5% CTC für digitale Verkäufe außerhalb des App Stores im Vergleich zur traditionellen „30%-Ära“-Ökonomie. Apple
- Auf Android/Google Play: breitere Berechtigung für alternative Abrechnung in Japan und neue Side-by-Side-Kaufoptionen. Blog
Neue Reibung
- Mehr Compliance-Schritte (Marktplatz-Autorisierung, Notarisierungs-Workflows, Meldepflichten, Kinderschutzregeln und klarere Offenlegungserfahrungen). Apple Developer
- Eine fragmentiertere Gebührenlandschaft: App-Store-Provision + Bearbeitungsgebühr, Web-Linked-Provisionen und separate Provisionen außerhalb des Stores je nach Kanal. Apple
Warum das größer ist als Japan: Eine weltweite Regulierungswelle zieht weiter an
Während Apple und Google Japan als länderspezifisches Compliance-Projekt behandeln, passt die MSCA in ein klares globales Muster: Regulierungsbehörden versuchen, mobile Ökosysteme zu öffnen, ohne das Vertrauen und die Sicherheit der Verbraucher zu gefährden.
Laut Berichterstattung von Bloomberg sind Apples Änderungen in Japan Teil einer breiteren weltweiten Anpassung an Regulierung, die Zahlungen, alternative Marktplätze und Browserauswahl betrifft – erneut verknüpft mit iOS 26.2. Bloomberg
Und Reuters hebt hervor, dass Japans Rahmenwerk sich von dem Europas unterscheidet, einschließlich der Tatsache, dass Apple die Befugnis hat, alternative Marktplätze zu genehmigen, und dass das Gesetz auch Interoperabilitätserwartungen für den Zugang zur iPhone-Hardware umfasst – vorbehaltlich Datenschutzauflagen. Reuters
Was als Nächstes zu beobachten ist
In den kommenden Wochen sind die wichtigsten Fragen nicht nur rechtlicher Natur – sondern auch verhaltensbezogen:
- Werden japanische Nutzer alternativen Marktplätzen genug vertrauen, um sie zu installieren?
- Werden Entwickler signifikante Umsätze von Apple/Google-Abrechnungen abziehen, wenn man die Melde- und Compliance-Belastungen berücksichtigt?
- Wie energisch wird die japanische Regulierungsbehörde das Gesetz durchsetzen – und wie viel des Modells wird auf andere Rechtsräume übergreifen?
Im Moment ist das unmittelbarste Signal klar: Japan hat den Schalter für eine neue Smartphone-Ära umgelegt, und sowohl Apple als auch Google schreiben die grundlegenden Plattformregeln neu als Reaktion darauf. Japan Fair Trade Commission
