London, 20. März 2026, 19:55 GMT
SSE fiel am Freitag um etwa 3 % und schloss bei 2.573 Pence, womit das Unternehmen hinter einem schwachen Handelstag in London zurückblieb. Der FTSE 100 gab um 1,4 % nach. 1
Dies folgt darauf, dass SSE am 17. März ein 52-Wochen-Hoch von 2.763 Pence erreichte. Jefferies erhöhte sein Kursziel Anfang dieser Woche laut Alliance News von zuvor 2.510 auf 3.060 Pence. Doch der Rückgang am Freitag signalisiert, dass Anleger Analysten-Aufwertungen ignorieren und sich stattdessen auf die Gefahr konzentrieren, die höhere britische Kreditkosten für Versorger mit Zinsrisiko darstellen. 1
Londons Leitindex rutschte den dritten Tag in Folge ab. Händler rechnen nach der Entscheidung der Bank of England, den Leitzins am Donnerstag bei 3,75 % zu belassen, und ihrer Warnung, dass die Inflation weiterhin die größte Bedrohung darstellt, mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 70 % mit einer Zinserhöhung bis April. Versorger folgten dem Abwärtstrend: National Grid verlor 3,1 %, United Utilities gab um 2,2 % nach. 2
SSE lieferte auch positivere Nachrichten. Das Unternehmen gab bekannt, dass sein 150MW/300MWh-Batteriespeicherprojekt Ferrybridge in West Yorkshire nun vollständig in Betrieb ist. Diese Batteriesysteme speichern überschüssigen Strom und speisen ihn bei Nachfragespitzen wieder ins Netz ein. Laut SSE kann Ferrybridge bis zu zwei Stunden mit voller Kapazität entladen. Heather Donald, Leiterin für Onshore-Wind, Solar und Batteriespeicher bei SSE Renewables, bezeichnete die Anlage als „kritische Unterstützung“, um die Flexibilität und Widerstandsfähigkeit des Netzes zu stärken. 3
SSE hat laut einer aktuellen Meldung 5.017.734 neue Stammaktien am Hauptmarkt der Londoner Börse gelistet. Der Großteil davon stammt aus dem Scrip-Dividendenplan, bei dem Anleger neue Aktien statt Barausschüttungen erhalten. Nur ein kleiner Teil entfiel auf Mitarbeiteraktienoptionen. 4
Wichtige Termine für SSE stehen kurz bevor. Die Mitteilung zur geschlossenen Periode erscheint am 2. April, die vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr bis zum 31. März werden am 28. Mai veröffentlicht. Im Februar prognostizierte SSE einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 144 und 152 Pence – weniger als die 160,9 Pence des Vorjahres. Finanzvorstand Barry O’Regan nannte damals „beschleunigte Investitionen“ als Priorität im Rahmen der 33-Milliarden-Pfund-Strategie des Unternehmens. 5
Das regulatorische Umfeld bleibt ein entscheidender Faktor. SSE hat diesen Monat der endgültigen RIIO-T3-Entscheidung von Ofgem für den Übertragungsbereich zugestimmt – eine fünfjährige Preisregulierungsperiode von April 2026 bis März 2031, die die Erlösbedingungen für das Netzgeschäft festlegt. SSE bezeichnete die Vereinbarung als „investierbar und umsetzbar“. 6
Das unmittelbare Risiko ist eindeutig. Anhaltende Konflikte im Nahen Osten drohen, die Energiekosten hoch zu halten und die Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts) in die Höhe zu treiben, was den Druck auf Versorgungsunternehmen erhöht, die auf Schulden angewiesen sind, um ihr Netz und ihre Erneuerbare-Energien-Projekte zu finanzieren. J.P. Morgan rechnet mit Zinserhöhungen der Bank of England im April und Juli; auch BNP Paribas warnt vor einer möglichen baldigen Erhöhung. 7
SSE beendete den Freitag mit einem Rückgang und fiel nach einer Woche mit sowohl Unternehmensnachrichten als auch schwierigeren Handelsbedingungen unter das Hoch vom 17. März zurück. Dennoch bleiben die Aktien nahe dem oberen Ende ihrer 52-Wochen-Spanne. Mit Blick nach vorn könnte die nächste Entwicklung weniger von Schlagzeilen zu Batterien abhängen, sondern vielmehr davon, wie sich die Zinssorgen vor den Ergebnissen im Mai auswirken. 1