Broadcom-Aktie (AVGO) bleibt nahe 333 $, nachdem Citi Kursziel senkt; KI-Chip-Rivalität wieder im Fokus

Februar 19, 2026
Broadcom stock (AVGO) holds near $333 after Citi trims target; AI chip rivalry back in view

New York, 18. Feb. 2026, 17:41 (EST) — Nachbörslich

  • Broadcom beendete den Mittwoch mit einem Plus von etwa 0,3 %, die Aktien bewegten sich nachbörslich kaum.
  • Citi hat das Kursziel für Broadcom vor den Ergebnissen des Chip-Giganten am 4. März gesenkt, bleibt aber bei der Kaufempfehlung.
  • Meta hat gerade eine neue mehrjährige KI-Hardware-Vereinbarung mit Nvidia abgeschlossen und rückt damit die Frage wieder in den Fokus: Können maßgeschneiderte Chips Nvidias Vormachtstellung wirklich lockern?

Die Aktien von Broadcom Inc. legten im späten Mittwochshandel leicht zu, obwohl Citi das Kursziel kurz vor den Ergebnissen am 4. März gesenkt hat. Der Markt verarbeitete zudem die Nachricht über einen neuen Meta-Nvidia-KI-Infrastruktur-Deal, was die Debatte über die Gewinner und die unter Druck stehenden Unternehmen anheizte, während Big Tech die Chipkäufe hochfährt.

Das Timing ist hier entscheidend – Broadcom steht zwischen zwei Kräften, die die Aktie beeinflussen. Auf der einen Seite gibt es den anhaltenden Ansturm auf KI-Rechenzentrums-Hardware. Auf der anderen Seite versuchen große Kunden, ihre Abhängigkeit von Nvidia zu verringern und setzen stattdessen auf maßgeschneiderte oder eigene Chips.

Ein weiterer Schmerzpunkt ist aufgetaucht. Kunden nehmen Broadcoms VMware-Softwareeinheit – bekannt für ihre Virtualisierungstools, die als Kerninfrastruktur für viele Unternehmen dienen – genau unter die Lupe, und einige sind mit den gestiegenen Lizenzkosten unzufrieden und erwägen angesichts der zunehmenden Kritik andere Optionen.

Broadcom schloss die Sitzung 0,3 % höher bei 333,51 $. Die Aktien schwankten im Tagesverlauf zwischen 326,68 $ und 337,85 $, wie Marktdaten zeigten.

Atif Malik von Citi hat sein Kursziel für Broadcom auf 458 $ gesenkt, zuvor waren es 480 $, behält aber die Kaufempfehlung bei, berichtete TheFly. Bedenken hinsichtlich der Bruttomarge – dem Anteil des Umsatzes nach Kosten – sowie der Konkurrenz durch Googles Tensor Processing Unit (TPU) und den softwarebezogenen Risiken des Unternehmens seien laut Citi inzwischen größtenteils im Aktienkurs eingepreist. (TipRanks)

Nvidia gab am Dienstag bekannt, dass es mit Meta eine mehrjährige Partnerschaft eingeht, in deren Rahmen Meta „Millionen“ von Nvidias Blackwell- und Rubin-GPUs sowie Grace- und Vera-CPUs und Spectrum-X-Ethernet-Switches einsetzen wird. Meta-CEO Mark Zuckerberg, der in Nvidias Ankündigung zitiert wird, sagte, die Unternehmen planen, Cluster mit Nvidias „Vera Rubin Plattform“ zu schaffen, um das zu erreichen, was er als „persönliche Superintelligenz“ bezeichnete. (NVIDIA Newsroom)

Metas neuer Schritt kommt, während Investoren nach Alternativen zu Nvidia suchen. Bereits im November berichtete The Information, dass Meta mit Google über einen milliardenschweren Chip-Deal verhandelte, um ab 2027 die Chips von Alphabet in seinen Rechenzentren einzusetzen. Diese Vereinbarung würde Googles eigene TPU-Chips in den Fokus rücken, die gemeinsam mit Broadcom entwickelt wurden. (Reuters)

Eine von CIO hervorgehobene Umfrage von CloudBolt ergab, dass 86 % der im Januar befragten nordamerikanischen Unternehmen bei VMware Einsparungen vornehmen. Dennoch berichteten nur 14 %, dass sich ihre Preise bisher tatsächlich verdoppelt hätten. Scott Bickley, Advisory Fellow bei der Info-Tech Research Group, sagte gegenüber CIO, dass Broadcom möglicherweise nur seine Top 10.000 VMware-Kunden halten müsse, um in den nächsten drei Jahren die Umsatz- und Gewinnziele zu erreichen. (CIO)

Dennoch droht die Kehrseite. Bereits im Dezember wies Broadcom darauf hin, dass ein höherer Anteil margenärmerer KI-Chip-Verkäufe die Bruttomarge belasten könnte – obwohl die Nachfrage nach KI-Hardware weiter steigt. Es ist ein Kompromiss, der die Ergebnisse stärker schwanken lässt, wenn die Erwartungen steigen. (Reuters)

Broadcom wird seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 nach Börsenschluss in den USA am 4. März veröffentlichen, die Telefonkonferenz ist laut Unternehmen für 17 Uhr ET angesetzt. Im Fokus stehen die Aussagen des Managements zur Nachfrage nach KI-Chips, zum aktuellen Stand der Bruttomargen und zum Fortschritt bei VMware-Verlängerungen im Hinblick auf das nächste Quartal. (Prnewswire)