London, 24. März 2026, 20:08 GMT
- Reckitt beendete den Dienstag 0,59 % höher und schloss bei 5.110 Pence. 1
- Das Unternehmen kaufte im Rahmen der dritten Phase seines laufenden Rückkaufprogramms 157.000 Aktien zurück. 2
- Die Margenwarnungen im März, Währungsdruck und die schleppende Nachfrage in Europa beschäftigen die Anleger weiterhin. 3
Reckitt legte am Dienstag leicht zu und schloss bei 5.110 Pence, ein Plus von 0,59 %, nachdem der Konsumgüterkonzern neue Rückkäufe gemeldet hatte. Dennoch sind die Aktien weit vom 52-Wochen-Hoch von 6.522,92 Pence entfernt. 1
Deshalb steht das Unternehmen jetzt im Fokus: Reckitt setzt nach monatelanger Portfolio-Umstrukturierung auf Kapitalrückflüsse. Am 9. März kündigte das Unternehmen die dritte Phase seines £1-Milliarde-Rückkaufs an, durch die bis zu £540 Millionen bis zum 27. Juli an die Aktionäre zurückfließen könnten. Bereits im Januar waren eine Sonderdividende von 235 Pence und ein Aktiensplit im Verhältnis 24 zu 25 geplant, beide im Zusammenhang mit dem Verkauf von Essential Home. 4
Der FTSE 100 stieg am Dienstag um 0,7 %, angetrieben von einer Erholung des Ölpreises, die Energiewerte nach oben trieb und den Rohölpreis wieder über 100 $ pro Barrel steigen ließ. Damit blieb Reckitt hinter dem Index zurück, obwohl die Londoner Aktien zulegten. 5
Genau deshalb gilt der 5. März für Anleger als Maßstab und nicht nur als weiteres Rückkauf-Update. An diesem Tag löste Reckitts Jahresbericht einen Kursrückgang von mehr als 6 % aus. Das Management wollte sich nicht auf konkrete Margenziele für 2026 festlegen und wies auf mehrere Gegenwinde hin – verbleibende Kosten, Währungsschwankungen und Steuern –, die das EPS belasten könnten. „Der Margenvorteil aus dem Verkauf von Essential Home wird durch verbleibende Kosten und Währungseffekte ausgeglichen“, sagte Quilter Cheviot-Analyst Chris Beckett. 3
Das Management rückt weiterhin Wachstumsmärkte in den Mittelpunkt. Vorstandschef Kris Licht bezeichnete Schwellenländer als „entscheidend“ für Reckitt, insbesondere nachdem der Umsatz in diesen Regionen im vierten Quartal um 17,2 % gestiegen war. Europa hingegen fiel um 4,5 %. Reckitt passt – ähnlich wie Nestle und Unilever – sein Portfolio an, um sich auf margenstärkere, schneller wachsende Marken zu konzentrieren. 3
Die Zahlen in der Dienstagsmeldung waren eindeutig: Reckitt erwarb am 23. März 157.000 Aktien zu einem volumengewichteten Durchschnittspreis von 5.071,14 Pence – das bedeutet, der Preis orientiert sich an den umsatzstärksten Handelsplätzen. Das Unternehmen entschied sich, diese Aktien ins eigene Bestandskonto (Treasury) zu legen und vorerst nicht einzuziehen. Mit dieser Maßnahme stieg der Bestand an eigenen Aktien auf 29,4 Millionen, während nun 644,6 Millionen Stammaktien für Abstimmungen ausstehen. 2
Die separate Meldung vom Montag bezog sich auf die Vergütung des Vorstands, nicht auf Insiderkäufe. Vorstandschef Kris Licht, Finanzchefin Shannon Eisenhardt und Präsidentin Nutrition Susan Sholtis erhielten aufgeschobene Bonusaktien ohne Kosten – diese werden nach drei Jahren fällig. Diese Offenlegung spiegelte also Vergütungsprämien wider, nicht am Markt gekaufte Aktien. 6
Ob allein Kapitalrückführungen die Stimmung drehen können, bleibt abzuwarten. Beckett wies in einer separaten Notiz darauf hin, dass rechtliche Unsicherheiten weiterhin auf Reckitts Risiko lasten, auch wenn der Preis für Haleon andeutet, was Käufer für ein reines Consumer-Health-Geschäft zahlen könnten. Reckitt-Aktien notieren weiterhin deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch, und Anleger halten sich zurück – zumindest solange, bis Klarheit über Margen und Europa herrscht. 7