London, 5. Mai 2026, 17:24 BST
Carnival plc handelte am Dienstag seine letzten Stunden an der Londoner Börse, während das Unternehmen die Pläne zur Abschaffung seiner Doppelnotierung abschloss. Die Anleger werden stattdessen auf eine einzige Notierung an der New Yorker Börse umgestellt. Das britische Gericht hatte dem Schritt bereits am 1. Mai zugestimmt. Carnival gab an, dass die Londoner Notierung ab 18 Uhr Ortszeit im CREST, dem britischen Abwicklungssystem, abgeschaltet wird, der Handel mit den Aktien am 6. Mai eingestellt und die Notierung am 7. Mai offiziell gelöscht wird.
Mit diesem Schritt verschwindet ein bekannter Name aus der Reisebranche von der Londoner Börse und bringt kurz vor dem Stichtag Unruhe für britische Anleger. Im Rahmen des Deals tauschen Carnival plc-Aktionäre jede ihrer Aktien gegen eine Stammaktie der Carnival Corporation Ltd. Das sogenannte Scheme of Arrangement – im Wesentlichen ein vom britischen Gericht gesteuerter Prozess – wird verbindlich, sobald das Gericht zustimmt und es in Kraft tritt.
Carnival berichtete, dass die Aktionäre sowohl der Zusammenführung als auch der Verlegung des rechtlichen Firmensitzes von Panama nach Bermuda auf den Versammlungen am 17. April zugestimmt haben. Die letzte Hürde: Die offizielle Gerichtsentscheidung muss beim britischen Handelsregister eingereicht werden, was das Unternehmen für den 7. Mai erwartet.
Carnival stellt den Schritt als Maßnahme zur Vereinfachung dar und betont, dass die Kreuzfahrtaktivitäten selbst davon unberührt bleiben. Das Unternehmen argumentierte, dass die Zusammenführung unter einem einzigen globalen Aktienkurs und einer einzigen Gesellschaft die Verwaltung, Berichterstattung und den Verwaltungsaufwand verringert – und Carnival möglicherweise sogar in wichtigen US-Aktienindizes aufsteigen lässt. „Einfacher ist klüger“, sagte Vorstandschef Josh Weinstein den Aktionären. Carnival Corporation
Beim Ergebnisgespräch im Dezember argumentierte Finanzchef David Bernstein, dass der Schritt „die Liquidität beim Aktienhandel erhöhen und das Gewicht in wichtigen US-Aktienindizes steigern“ werde. Das Angebot an die Aktionäre: Konzentration der Notierungen in New York, Abbau von Unternehmenskomplexität und Vertiefung des Marktes. Seatrade Cruise News
Auch technisch gibt es Änderungen: FTSE Russell plant, Carnival am 6. Mai zu Handelsbeginn aus den Indizes FTSE 250, FTSE 350 und FTSE All-Share zu entfernen, vorbehaltlich des gerichtlich genehmigten Schemas zur Zusammenführung.
Die CCL-Aktien von Carnival legten im New Yorker Handel um etwa 1,3 % auf 26,01 $ zu, während die in den USA notierten CUK-Aktien von Carnival plc mit einem Plus von 1,2 % auf 25,97 $ nicht weit dahinter lagen, wie Marktdaten um 16:09 UTC zeigten.
Der Schritt erfolgt genau zu einer Zeit, in der die Kreuzfahrtbranche mit unruhigeren Gewässern zu kämpfen hat. Norwegian Cruise Line hat am Montag seine jährliche Gewinnprognose gesenkt und dafür teureren Treibstoff—angetrieben durch den Konflikt im Nahen Osten—sowie eine schwächere Nachfrage verantwortlich gemacht. Auch Carnival und Royal Caribbean haben laut Reuters vor möglichen Auswirkungen steigender Treibstoffkosten gewarnt.
Dennoch schützt eine aufgeräumtere Aktienanzahl Carnival nicht vor Gewinnschwankungen. Bereits im März hat das Unternehmen seine jährliche Gewinnprognose gekürzt und dabei auf gestiegene Treibstoffkosten verwiesen. Im Gegensatz zu seinen großen US-Konkurrenten verzichtet Carnival in der Regel auf Treibstoffabsicherungen—es sichert Preise nicht routinemäßig im Voraus durch Verträge ab, wie Reuters berichtet hat. John Kempf von Fitch Ratings wies darauf hin, dass dauerhaft teurer Treibstoff Carnival treffen würde, hob aber auch die hohe Liquidität und Größe des Unternehmens als Puffer hervor.
Aktionäre warten auf das nächste Update, dessen Abschluss für den 7. Mai geplant ist. Für Kunden bleiben die gewohnten Marken—Carnival Cruise Line, Princess Cruises, Holland America Line, P&O Cruises, Cunard, Costa, AIDA und Seabourn—unverändert im Angebot.