London, 16. Mai 2026, 15:05 Uhr (BST)
Die Aktien der Lloyds Banking Group schlossen am Freitag in London bei 94,06 Pence und verloren 2,63 %. Auf Großbritannien fokussierte Banken standen unter Druck, da der Sektor fiel. Lloyds liegt nun etwa 5 % unter dem Stand vom 8. Mai.
Londoner Investoren können erst am Montag reagieren. Die London Stock Exchange ist am Samstag geschlossen und bietet Aktienhandel nur an Wochentagen an, wobei die nächste Sitzung nach dem Wochenende öffnet.
Lloyds war nicht das einzige Unternehmen, das beim Ausverkauf getroffen wurde. Die britischen Kreditkosten stiegen, der FTSE 100 verlor 1,7 %, und die Aktien von Barclays und Lloyds rutschten beide um fast 3 % ab. Investoren verkauften, da sich die politische Krise um Premierminister Keir Starmer verschärfte und die Wetten auf eine lockerere britische Fiskalpolitik zunahmen. Ein Gilt ist eine britische Staatsanleihe; wenn die Gilt-Renditen steigen, erhöht das die Kreditkosten für die Regierung und verschärft in der Regel die finanziellen Bedingungen für Banken und Kreditnehmer.
Jefferies-Ökonom Mohit Kumar sagte: „Die Angst des Marktes ist, dass Burnham weiter links stehen würde, und wir könnten einen weiteren Anstieg der Defizite sehen.“ Kumar spricht über den Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, und seinen möglichen Wechsel ins Parlament sowie über ein mögliches Rennen um die Labour-Führung. Reuters
Der Sektor bleibt nach den Bewegungen der Wettbewerber zu Wochenbeginn unter Druck. Die Aktien von Barclays, NatWest und Lloyds fielen jeweils um mehr als 3 %. Reuters berichtete, dass JPMorgan-Analysten den britischen Bankenaufschlag bei einem Linksruck der Politik von 3 % auf 5 % steigen sehen. Das Steuerrisiko hat politische Nachrichten die Bankaktien bewegen lassen.
Auch regulatorische Schlagzeilen stehen im Fokus. Reuters berichtete unter Berufung auf Sky News am Samstag, dass die britische Regierung nächste Woche detailliertere Pläne zur Lockerung der „Ringfencing“-Regeln für Banken vorlegen könnte. Diese Regeln trennen das Privatkundengeschäft und das Investmentbanking großer Banken. Laut dem Bericht könnten Banken die Erlaubnis erhalten, mehr Dienstleistungen zwischen ringfenced und nicht-ringfenced Bereichen zu teilen, was Kosten sparen würde. Reuters
Lloyds, NatWest, Barclays und HSBC könnten am Montag mit neuen Fragen konfrontiert werden, falls ein weicheres Ringfencing-Regime aufkommt. Während lockerere Regeln die Kosten senken und das Kreditgeschäft erleichtern könnten, konzentrieren sich Händler stärker auf das politische Risiko in Großbritannien, das die Finanzierungskosten steigen lässt.
Lloyds-Bullen haben dennoch einige Zahlen auf ihrer Seite. Im ersten Quartal meldete die Bank einen Anstieg des gesetzlichen Vorsteuergewinns um 33 % auf 2,03 Milliarden Pfund. Der Nettoumsatz stieg um 9 % auf 4,79 Milliarden Pfund, und das zugrunde liegende Nettozinsergebnis lag mit 3,57 Milliarden Pfund um 8 % höher. Nettozinsertrag bedeutet die Differenz zwischen den Erträgen aus Krediten und den Kosten für Einlagen.
Lloyds-CEO Charlie Nunn sagte, die Bank habe in diesem Quartal eine „anhaltende Stärke in der finanziellen Performance“ gezeigt und fügte hinzu, er sei „zuversichtlich“, die Ziele für 2026 zu erreichen. Die Investorenseite meldete eine Eigenkapitalrendite von 17,0 %, ein wichtiger Maßstab für die Rentabilität, der immaterielle Vermögenswerte ausschließt. Lloyds Banking Group
Im Fokus der nächsten Sitzung stehen das Pfund Sterling, 10-jährige Gilts und die Richtung des Ringfencing-Plans. Händler beobachten, ob die Vorschläge zu einer Sparmaßnahme werden oder erneut in die Politik gezogen werden. Die 93,30 Pence am Freitag markierten das erste Unterstützungsniveau im Chart; 96,60 Pence, der Schlusskurs vom Donnerstag, ist der erste klare Erholungspunkt.
Lloyds steht weiterhin vor Risiken. Sollten die Renditen für Gilts steigen oder der Markt mit höheren Banksteuern rechnen, könnten die stärkeren Gewinne der Bank derzeit wenig helfen. Ein vorsichtigerer fiskalischer Ansatz aus Westminster könnte die Aktie unterstützen. Aber ein langer Führungsstreit könnte den Kurs weiterhin im Bereich um die 90 Pence halten.
Der Handel am Montag dürfte volatil eröffnen, nicht mit einer klaren Erholung. Lloyds wird wahrscheinlich eher als Stellvertreter für das politische Risiko im Vereinigten Königreich agieren als als gewöhnliche Bankaktie – zumindest solange, bis sich die Kreditkosten und das Pfund beruhigen.