London, 24. März 2026, 12:34 GMT
Die Aktien von Rolls-Royce Holdings plc fielen am Dienstag um etwa 1,4 % auf 1.166 Pence (Stand: 12:19 GMT). Der Rückgang erfolgte trotz der Nachricht über neue Investitionen in das Turbinenblattwerk des Unternehmens in Rotherham. Die Aktie schloss zuvor bei 1.183 Pence und erreichte im Tagestief 1.149 Pence. 1
Das ist bemerkenswert, da Rolls-Royce erst letzten Monat seine Prognose angehoben hatte, was die Aktie nach starken Gewinnen und einem umfangreichen Kapitalrückführungsplan auf ein Allzeithoch trieb. Doch die Entwicklung am Dienstag zeigte deutlich: Diese optimistische Erzählung kann schnell ins Wanken geraten, wenn die Ölpreise steigen und Investoren sich von konjunktursensiblen Werten abwenden. 2
Rolls-Royce investiert 19,3 Millionen Pfund in seine Advanced Blade Casting Facility, nachdem es einen Zuschuss von 2 Millionen Pfund von der South Yorkshire Mayoral Combined Authority erhalten hat. Insgesamt soll das 21,3-Millionen-Pfund-Projekt sowohl die Kapazität als auch die Produktivität steigern. Das Unternehmen plant, mehr Spezialmaschinen anzuschaffen – mit dem Ziel, die Produktion der Blätter für Airbus-A350- und Boeing-787-Triebwerke bis 2030 zu verdoppeln. 3
Nigel Bird, Executive Vice President für Turbinensysteme, bezeichnete die Investition als „ein Vertrauensvotum“ für die lokale Belegschaft. Er fügte hinzu, dass die Transformation von Rolls-Royce es ermöglicht habe, die britische Fertigung und den Export weiterhin zu unterstützen. 3
Das große Bild bot keine Entlastung. Bis 10:39 GMT fiel der britische FTSE 100 um 0,1 %, der STOXX 600 um 0,3 %. Europäische Rüstungsaktien verloren 1,8 %. Der andauernde Krieg im Nahen Osten verunsicherte die Anleger, und die Ölpreise lagen wieder über 100 Dollar pro Barrel. „Die Märkte hatten eine Schließung der Straße von Hormus nicht eingepreist“, sagte David Morrison, Senior Market Analyst bei Trade Nation, in Bezug auf den wichtigen Schifffahrtsknotenpunkt, über den etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. 4
Die Rolls-Royce-Aktie stieg im Februar stark an, nachdem das Unternehmen bessere Zahlen vorgelegt hatte. Am 26. Februar meldete es einen Anstieg des zugrunde liegenden Betriebsgewinns 2025 um 40 % auf 3,46 Milliarden Pfund. Das Unternehmen kündigte außerdem einen umfangreichen Aktienrückkauf im Wert von 7 bis 9 Milliarden Pfund zwischen 2026 und 2028 an – es will also eigene Aktien zurückkaufen. Richard Hunter von Interactive Investor bezeichnete die Ergebnisse als „glänzend“. 2
Das Update verdeutlichte die Wettbewerbssituation. Rolls-Royce erwartet nun, dass seine mittelfristige Marge im Bereich der Großraumtriebwerke – also der großen Jets für Langstrecken – mit GE Aerospace gleichziehen wird. Die stärkere Nutzung von Flugzeugtriebwerken sowie die Nachfrage aus Rechenzentren haben beide zu diesem optimistischeren Ausblick beigetragen. 2
Die unmittelbare Sorge ist kaum zu übersehen. Sollten sich die Ölpreise behaupten und die Verluste bei europäischen Industrie- und Rüstungsaktien sich verschärfen, könnte Rolls-Royce weiter unter Druck geraten – selbst bei laufenden Aktienrückkäufen und neuen Investitionen in Werke im Hintergrund. 4