NatWest-Aktienkurs steigt, da die Deutsche Bank das Kursziel anhebt – doch Risiken im britischen Hypothekenmarkt bleiben

März 29, 2026
NatWest Share Price Rises as Deutsche Bank Lifts Target, but UK Mortgage Risks Linger

LONDON, 28. März 2026, 20:09 GMT

Die Aktien der NatWest Group stiegen am Freitag um 0,9 % auf etwa 540 Pence, nachdem die Deutsche Bank ihr Kursziel von 730 Pence auf 840 Pence angehoben hatte und argumentierte, der Kreditgeber sei „zu Unrecht abgewertet“ worden. Dieser Anstieg durchbrach eine verhaltene Londoner Sitzung, während der FTSE 100 um 0,05 % nachgab. 1

Das ist bedeutsam: NatWest steht am 1. Mai vor den Ergebnissen des ersten Quartals, wobei Investoren genau beobachten, wie widerstandsfähig das stark auf Großbritannien ausgerichtete Geschäftsmodell wirklich ist, falls sich die Bedingungen für britische Kreditnehmer verschlechtern. Die Bank, die stark auf Privat-, Firmen- und Privatkundengeschäft im Vereinigten Königreich setzt, spürt Veränderungen bei Hypothekenbelastungen, Einlagenkosten und Kreditqualität fast unmittelbar. 2

Der Druck hat sich diese Woche erhöht. Finanzministerin Rachel Reeves traf sich mit Führungskräften von NatWest, Lloyds, HSBC, Barclays, Santander und Nationwide. Laut Finanzministerium werden die Banken nun 1,6 Millionen Kreditnehmer kontaktieren, deren Festzinsbindung vor Jahresende ausläuft. Die Beamten hoben die Mortgage Charter hervor, die es Kreditnehmern ermöglicht, bis zu sechs Monate im Voraus neue Zinssätze zu sichern oder für ein halbes Jahr auf reine Zinszahlungen umzusteigen. Rund 86 % der britischen Hypotheken sind weiterhin festverzinst, so das Finanzministerium. 3

NatWest setzte laut einer Mitteilung vom Freitag seine Kapitalrückführungen fort. Die Bank kaufte im Laufe der Woche über UBS Aktien an der London Stock Exchange, CHIX und BATE zurück und wird diese Aktien annullieren. Nach der Abwicklung verbleiben 195,1 Millionen Aktien im Eigenbestand. 4

Capital Group hat ihre Beteiligung an NatWest reduziert und die Stimmrechte laut einer Mitteilung vom Donnerstag von 5,005597 % auf 4,991397 % gesenkt. Damit bleibt die Beteiligung knapp unter der 5 %-Schwelle, die eine Offenlegung erfordert. 5

Die Aktionäre haben bereits gesehen, dass NatWest dieses Jahr einen Gang höher geschaltet hat. Im Februar meldete die Bank einen Anstieg des Vorsteuergewinns 2025 um 24 % auf 7,7 Milliarden Pfund, hob ihr Ziel für die Eigenkapitalrendite 2028 auf über 18 % an und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Pfund für 2026 an. Nur wenige Tage zuvor hatte NatWest zugestimmt, Evelyn Partners, einen Vermögensverwalter, für 2,7 Milliarden Pfund inklusive Schulden zu übernehmen – die größte Übernahme seit der Rettung 2008. Auch bei Barclays und Lloyds wurden die Profitabilitätsziele angehoben. „Wir erhöhen unseren Anspruch und schärfen unseren strategischen Fokus“, sagte CEO Paul Thwaite damals. 6

Am 16. März hob Morningstar-Analyst Niklas Kammer seine Fair-Value-Schätzung für NatWest auf 710 Pence an und bezeichnete sie als die „attraktivste britische Bank“ in seiner Gruppe. Diese Einschätzung, so sagte er, stütze sich auf einen stärkeren strukturellen Hedge – im Wesentlichen die Sicherung von Erträgen aus stabilen Einlagen. Kammer wies jedoch auf das Übernahmerisiko bei Evelyn hin. 7

Dennoch bewegt sich nicht alles in eine Richtung. Anfang dieser Woche stellte Reuters fest, dass der durchschnittliche Zinssatz für zweijährige Festhypotheken auf 5,51 % gestiegen ist – von 4,83 % – seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts. Offizielle Prognosen weisen darauf hin, dass Großbritanniens Abhängigkeit von Festzinsvereinbarungen die Auswirkungen höherer Kreditkosten nur verzögert, aber nicht davor schützt. Sollte die durch Energiepreise getriebene Inflation die Zinsen länger als erwartet hoch halten, könnte NatWests auf Großbritannien ausgerichtete Strategie weniger wie Sicherheit und mehr wie ein Risiko erscheinen. 8

Stock Market Today

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