LONDON, 21. März 2026, 16:02 GMT
Die Aktien von Rolls-Royce schlossen am Freitag mit einem Minus von 2,44 % bei 1.161 Pence und weiteten damit die Verluste aus der vorherigen Sitzung aus. Damit liegt die Aktie etwa 18 % unter dem Höchststand vom 26. Februar, der nach den Jahresergebnissen erreicht wurde. 1
Dieser Rückgang schmerzt für Rolls-Royce, das erst vor wenigen Wochen ehrgeizigere Gewinnziele und eine höhere Kapitalrückführung angekündigt hatte, was die Aktie auf neue Höchststände trieb. Nun gerät die Aktie in einen europaweiten Ausverkauf, da Sorgen um Zinsen, Öl und Inflation selbst starke Unternehmensgeschichten überschatten. 2
Europäische Aktien beendeten die Woche am Freitag mit dem dritten Rückgang in Folge. Der Londoner FTSE 100 fiel um 1,4 %. Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungswerte verloren 2,5 %. Da die Bank of England die Zinsen bei 3,75 % beließ, preisten die Märkte schnell eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70 % für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im April ein – ein Szenario, das wenig Spielraum ließ, damit das Aktienrückkaufprogramm von Rolls-Royce die Aktie stützt. 3
Rolls-Royce kaufte am 19. März laut einer behördlichen Mitteilung 2.471.568 Aktien zum Zweck der Einziehung zurück. Der Rückkauf – im Wesentlichen entfernt das Unternehmen eigene Aktien aus dem Umlauf – kann die Aktienanzahl verknappen und potenziell den Gewinn je Aktie steigern. Bereits im Februar hatte Rolls-Royce Pläne für Rückkäufe von bis zu 2,5 Milliarden Pfund bis 2026 vorgestellt, als Teil eines größeren Programms von 7 bis 9 Milliarden Pfund bis 2028. 4
Die Februar-Mitteilung des Unternehmens setzte den zugrunde liegenden Betriebsgewinn für 2025 bei etwa 3,5 Milliarden Pfund an. Vorstandschef Tufan Erginbilgic betonte, die „Transformation gehe mit Tempo und Intensität weiter“. Rolls-Royce hob zudem seine Prognose für 2026 und die mittelfristigen Ziele an. 5
Die Aktie erreichte nach dieser Mitteilung ein Rekordhoch. Richard Hunter von Interactive Investor bezeichnete die Ergebnisse als „glänzend“, merkte jedoch an, dass Rolls-Royce noch „unerfüllte Ambitionen hat, das Momentum aufrechtzuerhalten“. Das Unternehmen erklärte seinerseits, das mittelfristige Margenziel würde es im Markt für Großraumflugzeugtriebwerke mit GE Aerospace gleichziehen lassen. 6
Anleger müssen damit rechnen, dass der makroökonomische Druck anhalten könnte. Die weltweiten Anleiherenditen stiegen am Freitag sprunghaft an, angeheizt durch steigende Energiepreise infolge von Kriegsängsten und zunehmender Inflationssorgen. Rolls-Royce verwies auf anhaltende Belastungen durch Lieferketten und Zölle als bleibende Faktoren im Geschäft. 7
Im Moment führt Rolls-Royce ein Aktienrückkaufprogramm durch, erhöht seine Ziele und schärft sein Argument für die Rückführung von Barmitteln. Dennoch hatten die Aktien zum Börsenschluss am Freitag zu kämpfen – eine Erinnerung daran, wie selbst eine solide Erholungsgeschichte an Boden verlieren kann, wenn Öl und Zinsen den breiteren Markt bestimmen. 2