London, 21. März 2026, 19:51 GMT
Diageo beendete die Freitagssitzung bei 1.400 Pence, knapp über dem Tagestief von 1.381 Pence in London – damit liegen die Aktien weiterhin nahe dem Tiefpunkt ihrer 52-Wochen-Spanne. 1
Das steht jetzt im Fokus, da der Markt immer noch die Umstrukturierung von Diageo im Februar verarbeitet. Das Unternehmen senkte seine Prognose für das organische Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2026 – das Ziel wurde auf einen Rückgang von 2 % bis 3 % gesenkt, wobei Auswirkungen wie Währung, Übernahmen und Veräußerungen ausgeschlossen sind. Die Zwischendividende wurde halbiert und beträgt nun 20 Cent. Nettoverschuldung? 21,7 Milliarden Dollar. Vorstandschef Dave Lewis kündigte an, dass im zweiten Quartal eine detailliertere Strategie dem Vorstand vorgelegt wird, wobei im dritten Quartal öffentliche Details erwartet werden. 2
Es war ein aktiver Tag am Freitag: Rund 24,6 Millionen Diageo-Aktien wechselten laut Angaben der London Stock Exchange den Besitzer. Der FTSE 100 fiel um 1,4 %, belastet durch Kriegsängste im Iran, steigende Ölpreise und neue Spekulationen über Zinserhöhungen der Bank of England, die die Stimmung trübten. 3
An den Nachrichten änderte sich nichts. Die Veröffentlichung von Diageo am 20. März bezog sich auf Transaktionen im Rahmen des One World Share Incentive Plans – ein reguläres Update, keine Änderung bei Handel, Prognose oder Kapitalplänen. 4
Diageo ist damit nicht allein. Pernod Ricard meldete bereits im Februar, dass Umsatz und Gewinn in jedem seiner fünf wichtigsten Märkte zurückgingen und machte dafür die gleiche Flaute in den USA und China verantwortlich. Brown-Forman, das in diesem Monat zwar die Gewinnerwartungen übertraf, bezeichnete das Umfeld dennoch als „unbeständig“ und wies darauf hin, dass die Nachfrage nach Spirituosen in den USA weiterhin schwach sei. 5
Lewis nahm kein Blatt vor den Mund. In den Zwischenberichten von Diageo nannte er den „Druck auf das verfügbare Einkommen“ als Grund für die Verlangsamung bei US-Spirituosen, während das Unternehmen die Dividendenkürzung als Maßnahme zur Steigerung der „finanziellen Flexibilität“ für Portfolioerweiterungen und ein überarbeitetes Betriebsmodell bezeichnete. 2
Auch Analysten sparten nicht mit Kritik. Dan Coatsworth von AJ Bell bezeichnete die Halbjahreszahlen im Februar als „schrecklich“. Bei Goodbody sagte Fintan Ryan, Lewis’ erste Maßnahmen seien „nur der Trailer“ – der eigentliche Test komme mit der vollständigen Strategie. 6
Doch von hier an wird es schwieriger. Diageo verwies auf eine schwächere US-Nachfrage und härteren Wettbewerb durch günstigere Konkurrenten sowie anhaltende Flaute bei chinesischen weißen Spirituosen. Hinzu kommen steigende Ölpreise und erneute Diskussionen über steigende Zinsen im Vereinigten Königreich, die zusätzlichen Druck auf den Gesamtmarkt ausüben. 2
Diageo beendete die Sitzung am Freitag deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von etwa 2.215 Pence. Die Anleger blicken nun auf das umfassendere Strategie-Update von Lewis, das später in diesem Jahr erwartet wird. 3