New York, 11. Mai 2026, 17:59 EDT
Micron Technology sprang am Montag um 6,5 % nach oben und schloss bei 795,33 $, beflügelt durch eine neue Kurszielanhebung der Deutschen Bank, die die Aktie nun bei 1.000 $ sieht, gegenüber zuvor 550 $. Das Upgrade setzte die bereits laufenden Gewinne fort, die durch Bedenken über mögliche Lieferprobleme bei Samsung Electronics angeheizt wurden.
Das Timing ist jetzt entscheidend, da der Arbeitskonflikt bei Samsung kurz vor einer Lösung steht. Das Unternehmen und seine Gewerkschaft befinden sich weiterhin in von der Regierung vermittelten Gesprächen vor einem für den 21. Mai geplanten Streik. Der Streitpunkt? Es geht um Bonuszahlungen, die an den operativen Gewinn gekoppelt sind – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die durch KI angetriebene Hardware-Nachfrage den Speicherbedarf unter Druck setzt.
Für Investoren wird Speicher zum entscheidenden Engpass beim KI-Ausbau. DRAM – entscheidend für den Kurzzeitspeicher von Servern – und NAND, das Speicher-Rückgrat für Rechenzentren und Geräte, sind beide von Lieferengpässen betroffen. Dann gibt es noch HBM, den gestapelten Hochgeschwindigkeitsspeicher, der mit KI-Chips kombiniert wird. Bereits im März prognostizierte Micron, dass die angespannten DRAM- und NAND-Bedingungen über das Kalenderjahr 2026 hinaus andauern werden.
Nach einem Gespräch mit Micron-Führungskräften wies Melissa Weathers von der Deutschen Bank laut Investing.com auf KI als eine Kraft hin, die „viele der zyklischen Dynamiken“ im Speicherbereich grundlegend verändert. Die Deutsche Bank behielt ihr Kursziel von 1.000 $ für die Aktie bei – was, falls erreicht, laut dem Portal einen Anstieg von 34 % gegenüber dem Micron-Schlusskurs am Freitag bedeuten würde. Investing
Micron rückte mit seinen jüngsten Ergebnissen in den Fokus. Der Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres sprang auf 23,86 Milliarden $ von 8,05 Milliarden $ im Vorjahr, während der Non-GAAP-Gewinn 12,20 $ pro Aktie erreichte. „Speicher ist im KI-Zeitalter zu einem strategischen Gut geworden“, sagte CEO Sanjay Mehrotra. Micron Technology
Micron war nicht der einzige Profiteur. Auch SK Hynix und Samsung – beide direkte Konkurrenten im Speicherchip-Bereich – legten am Montag zu. Anleger scheinen darauf zu setzen, dass die anhaltenden Lieferengpässe die Preise im gesamten Sektor stützen werden.
Gewerkschaftsführer bei Samsung fordern, dass 15 % des operativen Gewinns für Boni verwendet werden und die Obergrenze für leistungsbezogene Zahlungen abgeschafft wird. Choi Seung-ho, Leiter des Samsung-Electronics-Gewerkschaftskapitels, sagte am Montag gegenüber Korea JoongAng Daily, dass die Gewerkschaft anstrebt, das Bonussystem dauerhaft zu machen.
Noch keine Einigung. Nach fast 12 Stunden Verhandlungen am Montag gingen Samsung und die Gewerkschaft laut Maeil Business Newspaper ohne Einigung auseinander. Beide Seiten sind für ein weiteres Treffen nach der Schlichtung am Dienstag in Sejong angesetzt.
Der Handel ist nicht ohne Risiken. Sollten Samsung und die Gewerkschaft eine Einigung erzielen, könnte der Angebots-Schock schnell verpuffen. Der Kursanstieg von Micron war steil – vielleicht zu steil für die meisten Analysten, die mit einem Rücksetzer rechnen. Investopedia weist darauf hin, dass das durchschnittliche Analystenziel, das von Visible Alpha gesammelt wurde, bei 539 $ liegt, etwa 32 % unter dem Schlusskurs vom Montag.
Samsung stellt den Konflikt als etwas dar, das über reine Lohnfragen hinausgeht. Vorstandsvorsitzender Shin Je-yoon appellierte laut Reuters an einen „aufrichtigen Dialog“ und warnte, dass ein Streik sowohl die Lieferungen stören als auch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und Südkoreas Wirtschaft schwächen könnte. An anderer Stelle bezeichnete Park Ju-gun, Leiter des Leaders Index, den Tarifkonflikt als „eine Zäsur“ für die Arbeitsbeziehungen bei Samsung. Reuters
Derzeit konzentrieren sich die Händler auf den spannendsten Teil der Geschichte. Micron ist zum Stellvertreter für KI-bedingte Speicherknappheit geworden, und die laufenden Gespräche bei Samsung liefern Investoren einen aktuellen Auslöser, um einzuschätzen, ob sich die Knappheit verschärft oder endlich zu entspannen beginnt.