Darmstadt, Deutschland — 5. Februar 2026, 20:15 MEZ
- Im GSI Helmholtz-Zentrum in Darmstadt brach ein Brand aus, der zu einer Evakuierung und Warnungen an die Anwohner führte.
- Hessens Wissenschaftsminister gab bekannt, dass die Testphase im Dezember für das FAIR-Beschleunigerprojekt auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.
- Beamte führten das Problem auf einen Kurzschluss in der Hochspannungsversorgung des Beschleunigers zurück; glücklicherweise gab es keine Verletzten.
Im GSI Helmholtz-Zentrum in Darmstadt brach ein Brand aus, wodurch die Verantwortlichen gezwungen waren, eine entscheidende Testphase für das FAIR-Teilchenbeschleunigerprojekt zu verschieben. Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels nannte es „einen schwarzen Tag“ und bestätigte, dass der Testplan für Dezember nun auf unbestimmte Zeit ausgesetzt ist. Christian Wagner, Einsatzleiter der Feuerwehr Darmstadt, sagte: „Glücklicherweise haben wir bisher keine Verletzten.“ Aa
Das Feuer traf eine Anlage, in der bereits Schwerionenbeschleuniger betrieben werden – Atome, denen einige Elektronen entzogen wurden und die eine positive Ladung tragen – und die derzeit für den neuen FAIR-Komplex erweitert wird. Diese Verzögerung bringt neue Unsicherheit in ein Projekt, das erforschen soll, wie sich Materie unter extremen Bedingungen verhält.
Der Vorfall warf ein ungutes Licht auf die Sicherheit an einem Industriestandort, an dem Strahlenschutz zum Alltag gehört. „Das Gelände wurde evakuiert, es gibt keine Verletzten und keine Gefahrstoffe wurden freigesetzt“, sagte ein GSI-Sprecher. Anwohner wurden vorsorglich gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten und die Lüftung auszuschalten. Ein Strahlenschutzbeauftragter sagte gegenüber Reuters, dass kein Eingreifen nötig gewesen sei. Reuters
Das Zentrum nannte einen Kurzschluss in der Hochspannungsversorgung des Beschleunigers als Ursache, der auftrat, während das Personal das bestehende System aufrüsten wollte, so ein Sprecher. Der Sprecher konnte noch keine Schadenshöhe nennen, bestätigte aber, dass die Baustelle für die neue Anlage nicht betroffen ist. Spektrum
Der Alarm ging gegen 6:30 Uhr morgens Ortszeit los, woraufhin rund 130 Feuerwehrleute und zusätzliche Rettungskräfte entsandt wurden. Aufnahmen lokaler Medien zeigten Rauch, der kilometerweit sichtbar war.
Ein Sprecher vor Ort berichtete, dass durch das Feuer Kabel, elektrische Anlagen und Büroeinrichtungen beschädigt wurden. Die Gesamthöhe des Schadens ist noch nicht bekannt.
Schwerionenbeschleuniger bündeln positiv geladene Atome zu Strahlen und beschleunigen sie mithilfe von Magnetfeldern auf unglaublich hohe Geschwindigkeiten. Laut dem Zentrum unterstützt diese Forschung Wissenschaftler dabei, die grundlegenden Bestandteile der Materie und die Entwicklung des Universums zu erforschen, während sie gleichzeitig Fortschritte in Technologie und medizinischen Bereichen wie der Krebsbehandlung fördert.
Die Verantwortlichen haben das Ausmaß der Schäden am UNILAC-Linearbeschleuniger, einer entscheidenden Komponente in der Beschleunigerkette des Standorts, noch nicht festgestellt. Dieses Gerät beschleunigt Teilchen in einer geraden Linie, bevor sie an die nächsten Stufen weitergeleitet werden.
Der Zeitplan bleibt jedoch ungewiss. Sollten größere Reparaturen oder der Austausch beschädigter Hochspannungsausrüstung und -verkabelung erforderlich sein, könnten sich die Verzögerungen weit über das neu angesetzte Testfenster im Dezember hinausziehen und die nachfolgenden Phasen des FAIR-Projekts beeinträchtigen.
Die Feuerwehr plante, ihre Arbeiten bis in den späten Donnerstag fortzusetzen und sich auf die Kühlung des Bereichs zu konzentrieren. Die Anwohner wurden erneut aufgefordert, Fenster geschlossen zu halten und die Belüftung auszuschalten, bis der Rauch abgezogen ist.